Krimskrams (15) (Gender-Edition)
22.06.2008, 20:50 Uhr
Eines der besten Gesundheits- und Erziehungssysteme, die höchste Lebenserwartung für Männer, großzügiger Mutter- und Vaterschaftsurlaub, die meisten Bücherkäufer, keine Armee: Warum auf Island die glücklichsten Menschen leben.
+++
Die skandinavischen Länder sind - was Frauenrechte betrifft - den Kontinentaleuropäern sowieso voraus. Im Februar 2002 hat jedoch ein norwegischer Minister in einer Nacht- und Nebel-Aktion per Gesetz angeordnet, dass künftig mindestens 40 Prozent aller Vorstandspositionen in norwegischer Firmen mit Frauen besetzt werden sollen. Sollten die Firmen diese Forderungen nicht umsetzen, drohte ihnen die Schließung. Hat aber wohl ganz gut funktioniert.
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Geschlossene Gesellschaft
29.04.2008, 12:12 Uhr
Es gibt viele Gründe dafür, warum noch immer so wenige Frauen in den Chef- und Vorstandsetagen zu finden sind. Einer der Gründe ist, dass manche Männer in den oberen Etagen ihresgleichen suchen und lieber unter sich bleiben wollen:
Andreas Lebert, Chefredakteur der "Brigitte"
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Krimskrams (13) (BsF-Spezial)
10.12.2007, 21:57 Uhr
"Heute darfst du mitfahren, morgen darfst du hier saubermachen." +++ "Wer mit meinem Trecker nicht umgehen kann, kann mit mir auch nicht umgehen." +++ "Man kann sich eine Menge Ärger ersparen, wenn die Frau das macht, was der Mann sagt." +++ "Und was hat er so für Essgewohnheiten?" +++ "Wenn er aber partout etwas will, ist es besser, man ordnet sich unter und hält still, als dass man protestiert." +++ "Er braucht also schon eine Frau, die kochen kann." +++ "Vermisst du eine Beziehung gar nicht!? Was bist du denn für ein Mann!?" +++
("Bauer sucht Frau", 10.12.2007, RTL)
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Sie trägt schon Größe 38!
29.08.2007, 22:19 Uhr
Klar, heute kommt wohl keine Frauenzeitschrift ohne Diättipps aus. Mir scheint aber, als ob in Großbritannien der Schlankheitswahn noch ein wenig ausgeprägter ist - obwohl, vielleicht auch gerade weil in Großbritannien die meisten fettleibigen Frauen Europas leben. Mein Lieblingsmagazin Closer ist ganz vorne mit dabei: Mit "Closer Diet" hat die Zeitschrift eine eigene Diät-Seite, und auch in dem Magazin selbst geht es viel ums Abnehmen: Wieviel hat eine Frau abgenommen, wieviel hat sie vorher gewogen, wieviel wiegt sie jetzt, und dazwischen noch ein paar Alibi-Artikel, dass "Size Zero" (US-Größe, im UK: Größe 4) ja gar nicht geht und Frauen, die diese Größe tragen, vor unseren Augen verschwinden. "Closer" ist nicht das anspruchsvollste Magazin: Kostet einen Pfund, ist schnell gelesen - und vielleicht gerade deshalb so interessant. Hier die besten Schlagzeilen und Themen aus einigen Sommer-Ausgaben:
+++ "Coleen ist stolz auf ihre Kurven" +++ "Mels Kampf, Baby-Pfunde loszuwerden: Der Star treibt sich durch ein zermürbendes Training-Regiment, um ihre Baby-Pfunde zu vertreiben" +++ "Geris letzter Versuch, "skinny Spice" zu werden: Da sich die Spice Girls auf ihr Mega-Comeback vorbereiten, trainiert Geri Halliwell extra hart" +++ "Kerry verändert ihren Schlabberbauch ("jelly belly"): Der Star trägt jetzt Größe 12 (in Deutschland: 38), nachdem sie trainiert hat und Pommes gegen Karotten-Sticks eingetauscht hat" +++ "Posh in der Akne-Krise: Victorias stressiges neues Leben hat alte Hautprobleme wiederbelebt" +++ "Cindy (Crawford), 41: Ich sehe jetzt besser aus als in meinen Zwanzigern, aber ich esse noch immer Pizza: Cindys Trainer enthüllt die Diät- und Fitness-Geheimnisse, die die Mutter zweier Kinder Bikini-schön hält" +++ "Die Fett-Ängste der werdenden Mutter Nicole (Richie): Der Star steht vor einer Gefängnisstrafe - aber ihre größte Angst ist, Baby-Pfunde zuzulegen" +++
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Alles aus Liebe
07.08.2007, 18:24 Uhr
Zugegeben, es ist schon eine komische Geschichte, die da vor einem Monat in den Zeitungen zu lesen war: Die 51-jaehrige Britin Jane Felix-Browne hat den Sohn des Al-Qaeda-Chefs Osama bin Laden, Omar, geheiratet. Ihr fuenfter Ehemann ist 27 Jahre alt, lebt in Saudi-Arabien, arbeitet als Altmetallhaendler und ist verheiratet. Felix-Browne, die an Multipler Sklerose erkrankt ist, stoert das alles nicht; derzeit versucht sie, ein Einreisevisum nach Grossbritannien fuer ihren Ehemann zu erhalten.
Ja, selbst in heutigen Zeiten mag es so etwas geben - die wahre Liebe, die sich nicht an einem grossen Altersunterschied oder der unterschiedlichen Herkunft stoert, und die sich auch nicht von einer aussergewoehnlichen Familiengeschichte - um es einmal so auszudruecken - abschrecken laesst.
Das Magazin "Closer" hat vor ein paar Wochen ein Interview mit Felix-Browne gefuehrt. Wir im Corner haben uns schon lange gefragt: Wie ist das eigentlich so, mit einem Mann verheiratet zu sein, der noch mit einer anderen Frau zusammen ist?
Dank Closer wissen wir: "Ich will mit Omar zusammensein. Mir ist es egal, wo ich lebe, so lange ich bei ihm bin. Ich wuerde auch in einem Zelt wohnen, wenn es noetig waere. Mir ist es auch egal, wo er ist, oder dass er eine Frau und ein Kind hat. Er hat mir erzaehlt, dass seine Frau ihn verlassen hat, als sie von mir erfuhr, also habe ich mich entschlossen, sie anzurufen. Ich flehte sie an, wieder zu Omar zurueckzugehen, weil ich nicht eine Familie zerstoeren wollte."
Und die Sache mit dem Vater, der Anfuehrers einer Terrororganisation ist, wie ist das so?
"Was seinen Vater angeht - Ich habe den Sohn geheiratet und nicht den Vater. Wir wissen auch gar nicht sicher, ob Osama hinter den Anschlaegen vom 11. September steckt - er ist unschuldig, solange seine Schuld nicht bewiesen ist."
Und wie ist das Alltagsleben so, so lange Omar noch nicht in Grossbritannien ist?
"Wir versuchen, wie ein ganz normales Paar zu sein. Wir essen zusammen zu Abend und gucken gemeinsam fern - ueber die Webcam. Ich bin nicht eifersuechtig auf Omars Frau, weil ich mehr Zeit mit ihm verbringe als sie. Ich liebe Omar. Wenn es mir gesundheitlich besser gehen wuerde, wuerde ich gerne eine Familie mit ihm gruenden. Ich wuenschte, er koennte nach England reisen, aber er findet es schwer zu reisen, weil er "bin Laden" heisst."
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Katie Price als Vorbild
01.08.2007, 14:02 Uhr
Das britische Promi- und "Real Life"-Magazin "Closer" berichtet in seiner neuesten Ausgabe ueber eine Mutter, deren 11-jaehrige Tochter Sasha wie das Busen-Model Jordan (i.e. Katie Price) sein moechte. Sasha trug dem Magazin zufolge bereits mit fuenf Jahren Make-up und verlaesst inzwischen kaum noch ungeschminkt das Haus. Zu ihrer Ausstattung gehoeren Hot Pants, Tops, Miniroecke und Playboy-Bettwaesche. Inklusive Manikuere und Braeunungssessions investiert die 30-jaehrige Mutter umgerechnet etwa 450 Euro pro Monat in ihre blondierte Tochter.
Mutter Jayne hat vor ein paar Jahren selbst ein paar Nacktaufnahmen von sich machen lassen. Sie sei aber "enttaeuscht" darueber, dass sie mit ihnen bislang keinen Erfolg gehabt hat. Jayne sagt ueber die Traeume ihrer Tochter:
"Es gibt nichts Schlechtes ueber Jordan zu sagen. Sie ist ein gutes Vorbild, und wenn Sasha entscheiden sollte, dass sie eine Brust-OP will und ein Glamour-Model wie sie (Price) sein moechte, dann ist das ok. Das Aeussere ist viel wichtiger als das Innere. Ob du dich mit jemandem unterhalten willst, entscheidest du aufgrund des Aeusseren."
"Ich nehme sie nur dann fuer einen Tag aus der Schule, wenn es ein wichtiger Termin fuer ihre Karriere ist, ein Foto-Shooting, zum Beispiel."
Die 11-jaehrige Tochter, die ihre erste, zweimonatige Beziehung gerade beendet hat, sagt:
"Ich wuerde niemals einen haesslichen Freund haben wollen - auch wenn er noch so nett ist. Ich wuerde auch nicht mit haesslichen Maedchen herumhaengen. Ich achte auch auf mein Gewicht, weil ich es hassen wuerde, fett zu sein."
In: Closer (4.-10. August 2007)
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Krimskrams (11) (Blogine-Spezial)
19.05.2007, 14:16 Uhr
Wahlskandal beim Blogine-Award, den die beste Bloggerin erhalten soll: Wann ist die Frau eine Frau? +++ Dieses "Chaos-Blog da bei der Lanu" , wo auch "alles so technisch" aussieht, wird bestimmt nicht von einer Frau geschrieben. +++ "Außerdem schreibt sie ja gar nicht über richtige Frauenthemen!" +++ Was anscheinend in der Vorstellung einiger Damen auch nicht geht: Als Frau beherzt Werbung für sich zu machen - das ist dann gleich "Stimmungsmache". +++ Erst recht, wenn man "auf der themenfremden site boocompany" wirbt - das ist dann "verzweifelt" und man hat eine "Profilneurose". +++ Dabei machen einige andere auch für sich Werbung - und das ist auch völlig in Ordnung. +++ Kathrins corner bleibt jedoch weiter Blogine-freie Zone - trotz der Nominierung. +++ Hä? Wieso 'n das? +++ Das Orange und Pink des Blogine-Buttons würde sich mit dem weinroten Banner aus dem Corner nicht vertragen. +++ Stimmt deshalb niemand für mich? +++ Dabei könnte ich so 'nen Eipott eigentlich ganz gut gebrauchen. +++ Um keinen Zweifel an der Weiblichkeit dieses Blogs aufkommen zu lassen, wurden hier im Corner deshalb vorsichtshalber die beiden männlichen Co-Autoren gefeuert. +++ Auch ein paar Katzen wurden schon angeschafft - für den Katzen-Content. +++
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Das Geschlecht
15.04.2006, 11:05 Uhr
Vor einer Weile, als die Popularität der gender studies gerade ihren Höhepunkt überschritten hatte, überlegten Freund F. und ich, eine Zeitschrift mit dem Titel „Das Geschlecht“ zu gründen. Darin sollte über Männer und Frauen sowie über die Unterschiede des sozialen und biologischen Geschlechts auf angemessenem Niveau diskutiert werden. Zugegeben, mit dem Projekt verfolgten wir keinerlei wissenschaftliche oder pädagogische Absichten.
Unsere Pläne sahen vielmehr so aus: Wir hofften auf eine große Zahl von Abonnenten, die durch den Titel der Zeitschriften andere Inhalte erwarteten, als wir zu drucken gedachten. Die Zeitschrift sollte vierteljährig zu einem horrenden Abonnementpreis erscheinen, der für zehn Jahre im voraus gezahlt werden müsste. Das sollte natürlich nur im Kleingedruckten stehen, und F. und ich gingen davon aus, dass die Abonnenten dies in ihrer Gier schlichtweg übersehen sollten. Kurzum, wir hofften auf eine Menge Geld. Nach Erscheinen der ersten Ausgabe und dem Abwimmeln von verärgerten Abonnenten würden wir dann etwas von Papierengpässen und Lieferschwierigkeiten reden und derweil schon lange in Brasilien in einem Liegestuhl sitzen und unsere Strohhalme in eine Kokosnuss halten.
Aus verschiedenen Gründen setzten wir unsere Pläne nicht um. „Das Geschlecht“ wurde nie gedruckt. Das soll sich nun ändern. In kathrins corner soll die Zeitschrift in elektronischer Form erscheinen. Hier sollen Berichte über die Irrungen und Wirrungen zwischen Mann und Frau erscheinen, sowie Diskussionen über den kleinen Unterschied und dessen große Folgen stattfinden. Das Gute daran: Der Zugang ist frei, Abonnementgebühren müssen nicht gezahlt werden. Das Schlechte daran: Aus der Brasilien-Sause wird nichts. Auf besonderen Wunsch teilt kathrins corner jedoch gerne eine Kontonummer mit.
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Evas Welt
11.09.2006, 20:30 Uhr
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass heute noch jemand ernsthaft behaupten würde, es liege in der Natur der Frau, zu Hause zu bleiben, Apfelkuchen zu backen und schöne Blumen aufzustellen. Nun aber doch: Die Journalistin und „Tagesschau“-Sprecherin Eva Herman hat ein Buch geschrieben. „Das Eva-Prinzip“ heißt das Werk und die darin vertretenen Thesen sind in etwa: Frauen bleiben zu Hause, Männer gehen hinaus und arbeiten. Frauen sollten früh Kinder bekommen und sich erst später der Karriere widmen. „Frauen sollten öfter einfach mal den Mund halten. Warum müssen wir immer alles mitbestimmen?“, fragte sie kürzlich in der „Bild am Sonntag“. Das alles ist strong tobacco und stammt von einer Frau, einer Verräterin in den eigenen Reihen. Man darf sich nicht vorstellen, wie groß der Aufschrei gewesen wäre, wenn das alles ein Mann gefordert hätte.
Ehrlich gesagt: Diese „besondere Veranlagung“ zur Hausarbeit, die Frauen laut Eva Herman besitzen sollen, habe ich bei mir noch nicht entdeckt. Ich hasse es, sauberzumachen und schiebe es soweit wie möglich vor mir her. Ich finde einen Tag im Büro weitaus netter als das Bad zu putzen und abzuwaschen. Es mag sein, dass Eva Herman die Dreifachbelastung als Nachrichten-Vorleserin, Talkmasterin und Mutter ausgelaugt hat. Und es mag auch sein, dass es Herman leid ist, möglicherweise noch immer das kleine Evchen sein zu müssen, das als Kind so schön Gedichte aufsagen konnte.
Nun meint aber Herman, dass es doch allen Frauen genau so gehen muss wie ihr. Dabei kann sie sich offenbar nicht vorstellen, dass es Frauen gibt, die schlicht und einfach Lust darauf haben, ihr Leben in die Hand zu nehmen und Dinge zu bewegen. Frauen engagieren sich nicht deshalb im Beruf, weil es jemand von ihnen verlangt, weil sie "verbissen" sind oder weil sie genauso "hart" sein wollen wie Männer. Sie wollen deshalb Karriere machen, weil sie genauso abenteuerlustig sind und mit genau derselben Herzenslust in die Welt hineingreifen wie Männer. Warum sollen nur Männer die interessanten Jobs bekommen? Auch eine Frau hat Lust, als Korrespondentin im Ausland spannende Erfahrungen zu machen, auch eine Frau findet es reizvoll, Recht zu sprechen, und auch eine Frau gibt gerne die Strategie eines Unternehmens vor.
Vielleicht gibt es ja auch den einen oder anderen Mann, der es ebenso unfair findet, wenn nur er das Geld heranschaffen muss und die Frau zu Hause die Beine hochlegt und den ganzen Tag nur Blumen arrangiert. Abgesehen davon können sich nur die wenigsten einen solchen Lebensentwurf finanziell leisten.
Es ist ja nicht so, dass Frauen heute überhaupt keine Karriere machen dürfen. Klar, Frauen dürfen viel arbeiten und fleißig sein. Aber bitte: Sie dürfen keinen Ärger machen und schon gar nicht nach der Macht greifen. Denn eines dürfen Frauen heute leider noch immer nicht: Sich mit den Männern die Welt teilen. Frauen dürfen dabei sein und mitarbeiten, sicher, aber eine Frau als Chefin? Wenn es darum geht, wem die anspruchsvolleren Aufgaben zugetraut werden und wer befördert wird, dann entscheidet man(n) sich doch meistens für den Geschlechtsgenossen. Wenn schon die Macht geteilt werden muss, dann bleibt sie wenigstens unter uns. It's a man's world.
Doch auch Frauen machen Fehler. Frauen sind zu ängstlich, bleiben zu gerne im Hintergrund und haben zu viel Angst davor, dass jemand ihre Lust auf Erfolg und Macht unsexy finden könnte. Frauen sollten viel öfter den Mund aufmachen. Aber das ist eine andere Geschichte.
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CDU in der Gegenwart angekommen
27.10.2006, 18:38 Uhr
"Zur realistischen Annahme der Wirklichkeit gehört die Berufstätigkeit der Frau dazu."
Ronald Pofalla, CDU-Generalsekretär, zur Modernisierung des Familienbildes der CDU (Süddeutsche Zeitung, 26. Oktober 2006)
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Gewichtskontrolle mit "Bild"
05.01.2007, 17:42 Uhr
I
Es ist noch gar nicht lange her, da druckte die "Bild"-Zeitung einen Aufmacher, dessen Überschrift so ähnlich lautete wie "Hier tanzt Stephanie in ihr Leben zurück". Der Artikel handelte von der 14-jährigen Stephanie R. aus Dresden, die am 11. Januar 2006 von Mario M. wochenlang entführt sowie mehrfach missbraucht und vergewaltigt wurde. Das Bild zu dem Artikel zeigte eine fröhlich wirkende Stephanie und die Unterschrift zu dem Bild lautete ungefähr so: "Hier tanzt Stephanie, schlank, beim Abschlussball ihrer Tanzschule". Mir ist nicht so recht klar, warum die "Bild" es für wichtig hält, mitzuteilen, dass Stephanie "schlank" ist. Sollte der Leser etwa denken: "Klasse, trotz der schlimmen Zeit hat es Stephanie geschafft, schlank zu bleiben."?
II
Heute berichtet die "Bild" unter der Überschrift "Wie hat die Freiheit Natascha Kampusch verändert!" über die inzwischen 18-jährige Kampusch, die achteinhalb Jahre von Wolfgang Priklopil in einem Kellerverlies nahe Wien gefangengehalten wurde. "Boah, hat die Kampusch zugelegt" hätte die Überschrift vermutlich ehrlicherweise lauten müssen, denn die Hälfte des Artikels handelt von der Gewichtszunahme Kampuschs seit ihrer Flucht im August 2006. Zugegeben, sie ist wirklich ein bisschen rundlicher geworden und "Bild" versäumt es auch nicht, darauf hinzuweisen, dass sie zum Zeitpunkt ihrer Entführung mehr wog als bei ihrer Flucht: "Am Tag ihrer Flucht wog sie 42 Kilogramm. Drei Kilo weniger als am Entführungstag 1998!"
Die "Bild" befragte denn auch sogleich einen Professor für Entwicklungspsychologie und Anthropologie, Wassilios Fthenakis, über Kampuschs Gewichtszunahme. "Sie genießt im Moment ihre Freiheit. Die Freiheit, alles zu essen, was sie mag. Alle Leckereien zu probieren, auf die sie verzichten musste. Jahrelang. Jetzt schreibt ihr niemand mehr vor, was sie zu essen hat", erklärte er. Und der Psychologe Christian Lüdke machte sich auch gleich an die Deutung: "Über das Essen hat sie sich getröstet. Die Nahrung ist für sie wie ein Panzer."
III
Das Körpergewicht einer Frau ist also immer berichtenswert - als ob die beiden jungen Frauen nicht genug andere Sorgen hätten.
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Feminismus mit der "taz"
15.01.2007, 10:28 Uhr
Peter Lückemeier freut sich in der vergangenen Ausgabe der "FAS" zu Recht über das Lob der "taz" für seine Redaktionsassistentinnen. Diese attraktiven, jungen Damen meist osteuropäischer Herkunft versüßen Lückemeier in seinen "Herzblatt-Geschichten" regelmäßig das Leben und das Schreiben.
"Nur naive Feministinnen" würden sich an den Damen stören, springt ihm die "taz" da zur Seite. "In Wahrheit entlarvt Lückemeier in der bewusst ironischen Übersteigerung den alltäglichen Sexismus und den inhaltsentleerten Körperfetischismus eines Teils unserer Gesellschaft", zitiert er die "taz". "Äh, wie? Ach so, ja. Genau. Endlich hat es mal jemand kapiert", kratzen wir uns mit Lückemeier fragend am Kopf. Uns ist das alles auch ein bisschen zu viel trockene Theoriehuberei der "taz". Wohl etwas zu viel von Judith Butler gelesen, was?
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