kathrins corner

Das wundersame Gerät des Herrn F.

01.02.2007, 20:41 Uhr

Es ist noch nicht allzu lange her, da erzählte mir Freundin P., die in einer sehr ländlichen Region des Saarlandes aufgewachsen ist, die Geschichte von einem wunderlichen alten Mann, Herrn F.: Im Wohnzimmer seines kleinen Hauses stehe ein kleines Gerät, mit dem der 81-Jährige den Ohrenschmalz verflüssigen könne. Nicht wenige Saarländer, die bereits nicht mehr so gut hören könnten, kämen von weit her zu seinem Haus am Waldrand, um sich von ihm heilen zu lassen.

Die Prozedur spiele sich in etwa wie folgt ab: Man setze sich auf das Sofa, direkt neben das Gerät. Herr F., der nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist, käme dann in seinen ausgetretenen Pantoffeln angeschlurft, beuge sich über das Gerät und drücke ein paar Knöpfe. Wenn das Gerät das Ohr, beispielsweise das linke, dann erwärmt habe und der Schmalz flüssig sei, müsse man sich nur zu Seite lehnen, so die P., auf dass er in ein Behältnis, das Herr F. bereithalte, abfließen könne. Die meisten Patienten könnten danach angeblich wesentlich besser hören.

Das habe sich über die Jahre auch in den übrigen Dörfern herumgespochen, erzählte die Freundin, und so könne sich Herr F. zusätzlich zu seiner kleinen Rente noch ein Taschengeld erwirtschaften. Das Sparschwein aus Porzellan, das er neben das Gerät gestellt habe, meinte die P., sei zumindest immer gut gefüllt.

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